Chapter

Erstes Buch Der Schattenriß der Zeit

Zeit spricht auch in die eigenwilligen Gedanken, in die verborgenen Empfindungen, in die unerwarteten Taten mit hinein. Sie ist in Schweigen und Rede, im Leiden wie im Wagnis. Zeit macht sich auch in der Haltung, im Gesichtsausdruck, im Mienenspiel der Menschen geltend. Zeit ist ein Letztes, das alle Volksgenossen miteinander verbindet, und wovon keiner weiß. Zeit läßt den Menschen zu dem werden, den sie in ihm sucht und nutzt, und richtet den Gewordenen. Eine Zeit der Siege und des Aufstiegs. Drei kurze und in entscheidenden Schlägen geführte Kriege, und aus einem ohnmächtigen Staatengebilde ist ein geeintes Reich geworden, dem in der Welt Stimme gegeben ist. Und diese Stimme wird gefürchtet. Der äußeren Entfaltung entspricht der innere Wuchs. Zu einer Weltmacht wird auch die deutsche Industrie, der Handel blüht. Deutsche Städte verzehnfachen ihre Einwohnerzahl, die Hauptstadt wird aus einer entlegenen Residenz zu einer Weltstadt. Es vollzieht sich der Uebergang vom Ackerbau- zum Industriestaat. Es kommt zur Bildung großer Vermögen, der allgemeine Wohlstand hebt sich. Technische Errungenschaften führen zu einer Umgestaltung des bürgerlichen Daseins. Das Eisenbahnnetz wird ausgebaut, das unterseeische Kabel gelegt, der Fernsprecher der Benutzung übergeben. Oel- und Kerzenbeleuchtung weichen der Petroleumlampe, die ihrerseits durch Gas- und elektrisches Licht ersetzt wird. Die

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