Chapter

Ein Mord im Zug

Der Zug von Alexandria nach Kairo hatte Verspätung. Eine Achse hatte sich heiß gelaufen, und die Reparatur, die in der Nähe von Teh-El-Baroud vorgenommen werden musste, dauerte beinahe eine Stunde. Da aber die Saison bereits vorüber war und nur wenige Reisende den Zug benutzten, legte man dem Zwischenfall keine besondere Bedeutung bei. Miss Jean McVane beobachtete durch das offene Fenster die Landschaft des Nildeltas. Das Geräusch der Räder auf den Schienen klang abwechselnd wie ferner Trommelwirbel und wie naher Donner, denn die Geschwindigkeit war jetzt beträchtlich erhöht, um die verlorene Zeit einzuholen. Der Luftzug wirbelte so viel Staub und Sand auf, dass die junge Dame das Fenster schloss. Der Rhythmus des fahrenden Zuges hatte eine einschläfernde Wirkung, und Jean McVane lehnte den Kopf in die Polster zurück. Plötzlich hörte sie im Nebenabteil einen halb erstickten Schrei, dann ein Geräusch, als ob jemand mit einer Peitsche knallte, und gleich darauf zwei dumpfe Stöße, die kurz aufeinander folgten. Außer ihr mochte es wohl niemand gehört haben, und auch sie hätte diese ungewöhnlichen Laute nicht vernommen, wenn sie nicht den Hinterkopf gegen die Wand gelehnt hätte. Einen Augenblick zögerte sie, dann zog sie entschlossen die Schiebetür ihres Abteils zurück und sah auf den Korridor hinaus. Er lag einsam und verlassen vor ihr. Der Wagen schwankte von einer Seite zur

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