Erster Band. Erstes Kapitel
So reich auch unsere französischen Flüsse ausgestattet sind, — nicht wenn wir sie mit den Flüssen Amerikas und Indien’s, sondern mit den andern Wasserläufen Europa’s vergleichen — so reich auch, sagen wir, unsere französischen Flüsse ausgestattet sind, hinsichtlich der Durchsichtigkeit ihrer Wellen und der reichlichen Fülle ihres Wassers, hinsichtlich ihrer malerischen Ufer, des Reizes ihrer seltsamen und wunderlichen Schlangenwindungen, so denke ich doch, daß weder die Seine, stolz, der Hauptstadt die Füße zu waschen, noch die Loire, erfreut, den Garten Frankreichs zu bespülen, noch die Garonne, stolz, so viele Schiffe zu tragen, wie ein Meer, noch die Rhone, erstaunt, in ihren Wogen Ruinen abzuspiegeln, die man für römische Ruinen halten sollte, mit der Vire wetteifern könnte, welches indessen ein sehr bescheidener Fluß ist, und den die Normannen, deren Durst er in Concurrenz mit dem Cider stillt, immer nur einen unbedeutenden Bach genannt haben. Sie wissen nicht, daß grammatikalisch und geographisch jeder Wasserlauf, so schwach und ausgetrocknet er auch sein möge, ein Recht an die Benennung eines Flusses hat, wenn er sich ins Meer stürzt. Die Italiener würden den Arno oder den Senethus nicht so herabwürdigen lassen. Sie haben ein Wort für den Fluß, so groß oder so klein er auch sein möge. Fiume heißt er, wenn er groß, Fiumicello, wenn er klein ist. Die Vire ist also ein