Chapter

Kapitel 1

»Probier noch einmal!« hetzte Bruder Klaus und stemmte die etwas zerknitterten Ellenbogen in den türlosen Eingang seiner Zelle. »Probier doch, ich bin noch gar nicht müde.« Aber der Teufel hatte genug. Er stand in respektvoller Entfernung vom Waldbruder, schlotternd und zerrauft wie ein Hund, der unter die Wölfe geraten ist, und wischte sich ganze Bäche Schweiß aus dem Gesicht. In Gestalt und Tracht eines Landsknechts stand er da, ungeheuerlich groß, mit einem Rumpf wie ein Ochse und mit einem Haupt wie ein Granitblock. Darin brannten zwei große, rotgeränderte Augen in goldgelber, aber besudelter Herrlichkeit. Die breiten und nackten Knie waren wie Kupferschilde anzusehen, und unter den gespornten Stiefeln glomm ein unaufhörliches Räuchlein empor. Er hatte den Bruder Klaus, um den er als einen besonders gefährlichen Gegner fleißig spionierte, vor kurzem am Schnitzeln eines Gekreuzigten ertappt und ihm alles mögliche geleidwerkt, um das plumpe, aber innige Bild Gottes zu verhindern. Er verdarb ihm das Holz, machte das Messer stumpf, stupste den Künstler, daß er sich in die Finger schnitt. Doch der zähe Obwaldner schnitzelte das Kreuz doch fertig, und boshaft und rachsüchtig, wie selbst Heilige noch sein können, hatte er sich eben heute angeschickt, an den Fuß des Stammes den besiegten Satan zu schnitzen, aber nicht als jene geistreiche Schlange des Paradieses – das ginge noch an

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