Chapter

Der Fremdling

Ein peruanischer Postbeamter nahm an einem glühenden Frühlingstage in Lima die Depesche des englischen Konsuls auf. Die Depesche war lang und verursachte dem Beamten, der aus seinem Nachmittagsschlaf gestört wurde, viel Kopfschmerzen und ungewohnte Arbeit. Sie verkündete die gesetzliche Todeserklärung des englischen Untertans und ehemaligen Bergwerksdirektors Theodor Trautmann und die Freigabe seines Vermögens an den gesetzlichen Erben und Sohn Pedro Trautmann in Deutschland. Das Vermögen bestehe in Anteilen an den Wismutbezirken bei Mororoca, an den Silbergruben bei Huantay, in Einlagen bei der Limabank, in persönlichem Hausrat und Landbesitz am Rio Purus. Die Depesche eilte bis zur chilenischen Hafenstadt Iquique, um von dort auf dem unterseeischen Kabel längs der südamerikanischen Küste bis Valparaiso zu fliegen. Hier überquerte sie Südamerika und stieg bei Buenos Aires wieder in das Kabel, um über den Atlantischen Ozean, durch den Kanal in die Nordsee bis Emden zu gelangen. Dort nahm sie ein deutscher Beamter in Empfang, um sie nach der norddeutschen Kreisstadt zu senden. Hier steckte der Postbote Friedrich Wilhelm Omeyer das Papier in seine abgeschabte Aktentasche und marschierte über die winddurchwehte, vom Aprilschnee in Schmutz und Matsch versetzte Chaussee pflichtgetreu nach dem Gut Wolfsheim. Unterwegs trat er in die Gastwirtschaft »Zum lustigen Sommer« ein. Es

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