Die Müller, Möller, Jensen und Pfeiffer
„Lieber Krause, Sie müssen Klarheit in die Sache bringen! Nur läppischer Zufall? Ne, das glaube ich nicht und Sie glauben es auch nicht, soweit ich aus Ihrem wieder einmal total versteinerten Gesicht lesen kann! Innerhalb von sechs Wochen verschwinden unter Hinterlassung ihrer Habseligkeiten vier Mädchen, alle zwischen zweiundzwanzig und sechsundzwanzig Jahren, alle vier heiratstoll und mit je einem fragwürdigen Bräutigam behaftet – ne, lieber Krause, da liegt kein dämlicher Zufall vor, sondern ein Verbrechen! Und dem müssen wir auf die Spur kommen.“ Krause sah den Chef der Berliner Kriminalpolizei, Dr. Clusius, aus wasserhellen, verschlafenen, müden und leblosen Augen bewegungslos an und sagte, während es nervös um seine dünnen, blutleeren, bartlosen Lippen zuckte: „Herr Doktor sind sehr aufgeregt! Und das ist nicht gut, denn wenn Herr Doktor aufgeregt sind, gelingt es Ihnen nicht, mir ein klares Bild zu geben. Darf ich also bitten, mir nun in aller Ruhe zu sagen, was Herrn Doktor zu der Annahme gebracht hat, daß ein grauenhafter Unhold sein Wesen treibt und Mädchen verschleppt?“ Die Schmisse im runden Gesicht des hohen Kriminalbeamten färbten sich rot, weil er aus den Worten des Krause eine leise Ironie herauszuhören glaubte. Er strich sich hastig durch die schütteren, ein wenig angegrauten Haare und blätterte in den Papieren, die vor ihm lagen. „Sie sind heute wieder