Erstes Kapitel
Der Pfarrer ergriff die Schaufel, warf langsam mit abgemessener Bewegung dreimal Erde auf den Sarg und sprach: »Von Erde bist du gekommen, zur Erde sollst du wieder werden, Jesus Christus, unser Erlöser, wird dich auferwecken am jüngsten Tag.« Darauf wandte er sich der Trauerversammlung zu. »Lasset uns beten!« Die Männer nahmen die Mützen ab, die Frauen falteten die Hände. »Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gebet und Flehen nicht verachtet, sondern gnädiglich erhört hast. Du hast unsere Schwester aus der Angst gerissen und in die ewige Ruhe eingeführt. Ach, lieber Heiland, wir sprechen mit Hiob: ›Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt.‹ Wollest uns deines heiligen Geistes Gnade verleihen, daß wir uns in dieser Stunde erinnern, wie bald es um einen Menschen geschehen sei, und daß, wie es heute um unsere Schwester gewesen, es morgen an uns sein kann, damit wir in steter und immerwährender christlicher Bereitschaft gefunden werden, dir, wann das Stündlein kommt, durch das finstere Tal des Todes mit Freuden zu folgen in dein Reich, der du samt dem Vater und dem heiligen Geiste lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.« Nun hoben die Sänger an: »Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mir