Die Flucht.
Nachdem sich die französische Regierung im Jahre 1798 in die bürgerlichen Unruhen der Schweizer eingemischt, den alten Bund der Eidgenossen aufgelöst und das ganze Gebirgsland mit ihrem Kriegsvolk überschwemmt hatte, wurden mehrere der achtbarsten Männer des Landes von den Siegern in's Innere Frankreichs fortgeschleppt, um entweder als Geiseln für die Summen zu dienen, welche den sogenannten oligarchischen Städten zu zahlen auferlegt waren, oder um die zu entfernen, deren Einfluß und Ansehen beim Volke man kannte, und deren entschiedenen Haß gegen die neue Ordnung der Dinge man fürchtete. Für einen solchen hätte man auch einen jungen Schweizer halten können, der, sorgfältig bewacht, in der letzten Maiwoche 1799 über Lausanne und Yverdon nach Besançon geführt wurde, wenn er nicht zu jung geschienen hätte, um bei seinem Volke eine bedeutende obrigkeitliche Würde haben bekleiden zu können, da er wohl kaum dreißig Jahre zählen mochte. Auch im Aeußern verrieth er nicht Reichthum genug, um Bürge für irgend eine gebrandschatzte Stadt zu sein. Er fuhr auf einem elenden Leiterwagen und saß zwischen zwei französischen Soldaten, deren geladene Gewehre vor ihnen an ein Strohbund lehnten, das einem Bauer zum Sitze diente, der vermuthlich der Eigenthümer des Fuhrwerks war. Bei dem allen erregte der Gefangene die Theilnahme jedes Vorübergehenden. Eine schlanke Gestalt und geistvolle