Der Fluch eines Geschlechts
Kommerzienrat Kammler, der Beauftragte der Wettgegner Harsts, war gerade bei uns, als der merkwürdige Brief vormittags eintraf. Kammler war sofort einverstanden, daß der Inhalt dieses Briefes die neue Wettaufgabe darstellen solle. Das Schreiben lautete: Sehr geehrter Herr Harst! Glauben Sie nicht, daß Ihnen etwa eine Falle gestellt werden soll, wirklich nicht. Ich schwör's Ihnen! Nein – nur die wahnsinnige Angst läßt mich diese Zeilen in der Eisenbahn mit einer Füllfeder schreiben. Hier im leeren Abteil 2ter kann ich ja nicht beobachtet werden. Daheim oder anderswo würde ich es nicht wagen. Ja – ich wage nicht einmal, dem Papier all das anzuvertrauen, was mich bedrückt. Briefe, die ich an eine liebe Freundin schreibe, kommen nur dann an, wenn ihr Inhalt ganz harmlos ist. Kann ich wissen, ob nicht auch dieser Brief irgendwie abgefangen wird? – Ich flehe Sie an: Gewähren Sie mir eine Unterredung. – Aber diese muß unbedingt unter Vorsichtsmaßregeln stattfinden, die dafür bürgen, daß ich mich nicht noch größeren Gefahren aussetze. – Ach – wenn Sie wüßten, wie elend ich mich schon fühle! Ich schleppe mich nur noch weiter. Ich weiß ja: – eines Tages werde auch ich – Doch nein. Ich wage keinerlei Andeutungen. – Ich habe so lange nachgedacht, bis ich ein Mittel gefunden zu haben glaubte. Wir wohnen in Wannsee in der sogenannten Friedrichsburg dicht am Kleinen Wannsee in der