Erstes Kapitel
Gerhard Holzmann steckte den Schlüssel in das Torschloß seiner Villa. Ein Griff nach rechts im Innern des Flurs, und das Stiegenhaus lag im hellen Schein des elektrischen Lichtes. Seine junge Gattin war mit ihm zugleich eingetreten. Jetzt sagte sie, dem Treppenaufgang zuschreitend: »Nun, Gerdy, warum schließt du die Tür nicht wieder ab? Willst du am Ende noch einmal fort?« »Nein, ich bin wahrlich müde genug! Aber nach dem Schuppen muß ich noch einen Augenblick, um mich zu überzeugen, ob meine Anordnungen ausgeführt worden sind.« »Muß das sein – jetzt um halb drei Uhr morgens?« »Ja. Wenn die neue Formmaschine nicht aufgestellt wurde, wie ich anordnete, so wären wir morgen früh bei Arbeitsbeginn aufgehalten. Übrigens komme ich ja in zwei Minuten zurück. Lege dich einstweilen ruhig nieder, Lydia!« »Ja, auch ich bin todmüde. Auf Wiedersehen, Gerdy!« Frau Lydia Holzmann stieg die hellerleuchtete Freitreppe hinauf zur ersten Etage und ging durch den geräumigen Korridor zu ihrem Schlafgemach, um sich gleich zur Ruhe zu begeben. Holzmann war indessen schon draußen am Kiesplatz und schritt eilig einem niedern, schuppenartigen Gebäude zu, das an die ihm gehörende Tonwarenfabrik »Holzmann & Co.« stieß. Im nächsten Augenblick flammte in den acht großen Fenstern des Schuppens Licht auf, dessen Widerschein grell auf einen Teil der Seitenfront der Villa fiel. Im Bereich dieses plötzlichen