Chapter

Der Fall Versegy

In einem Schachklub, der die besten Spieler der Stadt allabendlich in ungezwungenem Beisammensein in seinen Räumen vereinte, hatten wir uns zum ersten Male getroffen, Herr Richard Plank und ich. Wiederholt waren wir Gegner in kleinen Schachturnieren gewesen, und da seine überaus ruhige, scharf kalkulierende und geistvolle Art, zu spielen, mir ganz besonders zusagte, und er auch an meinem Spiele Gefallen fand, so kam es, daß wir uns bald nicht nur im Klub aufs engste aneinanderschlossen, sondern daß unser Verkehr auch über jenes neutrale Gebiet hinauswuchs, daß wir gute Bekannte, und schließlich Freunde wurden. Besonders innig aber gestaltete sich unser Zusammenschluß, seit Richard Plank, der unabhängig von irgend welchem Amte, gleich mir von den Zinsen eines bescheidenen Vermögens lebte, sich entschloß, in jenem selben Vororte der Stadt sich einzumieten, in dem auch ich mein Heim besaß. Hier bewohnte er das Parterre eines kleinen, aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stammenden Landhäuschens, das inmitten eines wohlgepflegten Gärtchens lag und das so recht im Sinne der ein wenig an die Biedermeierzeit gemahnenden Bezeichnung »Haus Sanssouci«, die ein früherer Besitzer dem Grundstück gegeben hatte, ein überaus behagliches und ruhiges Heim für einen Menschen bot, der, wie mein Freund, den stillen Hafen einer wohlverdienten Muße suchte. Wer Richard Plank eigentlich war? Ich habe

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