Chapter

Die Ankunft des Exoten

»Zweihundertfünfundsechzig!« seufzte der Stationsvorsteher und starrte auf die gelben Säulen der Zehnpfennigstücke, die sich vor ihm auf dem Kassenblech türmten. »Das war noch nie da!« Und da er ein ordentlicher Mann war, nahm er ein Lineal, legte es an jeden einzelnen der schwankenden Türme und richtete sie mit der linken Hand so vorsichtig und genau, daß sie wie kleine, halbgoldene Obelisken kerzengerade auf der Platte seines Schalters standen. Der Zug hatte eine halbe Stunde Verspätung. Eine Kette an einer Bauholzlore war gerissen, und zwei Stämme lagen quer über den Schienen. Es war gerade Zeit genug, um die Münzen für die verkauften Bahnsteigkarten zu ordnen. Im ganzen Jahr verkaufte er nicht so viele Karten. Er sah auf die Uhr, blickte durch das Seitenfenster nach dem schrägen Arm des Einfahrtsignals, setzte die neue rote Mütze auf und ging hinaus. »Verrückt!« sagte er noch auf der Schwelle. Der Raum vor den beiden Geleisen war eine einzige Menschenmauer. In den Linden des Vorplatzes, auf dem Zaun der Sperre, auf dem Dach des Güterschuppens saßen die Gymnasiasten mit ihren roten Mützen. Alle Gesichter waren nach Westen gewendet, wo das Signal vor dem rötlichen Abendhimmel stand. »Augenblick, bitte!« sagte der Vorsteher und drängte sich durch die Sperre. Er sah sorgenvoll, fast leidend aus. Er trug die Verantwortung für diesen ganzen »Klamauk«. Es brauchte nur ein Kind

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