Der Eremit auf der Sierra Morena
Begeistert von dem beglückenden Gefühle, einer aus den Söhnen Frankreichs zu sein, welche der edelste Heldensinn nach Spanien geleitet hatte, zog ich eben auf der Straße von Madrid nach Sevilla; Müdigkeit und Gliederschwäche, die Folgen einer Wunde, welche ich im letzten Gefecht erhalten hatte, zwangen mich, hinter meinen Kriegsgefährten zurückzubleiben, die aus Furcht eines Überfalles ihre Schritte beflügelt hatten. Ich setzte mich auf eine Anhöhe von jener Gebirgskette, welche man die Sierra Morena nennt, und wollte hier neue Kräfte sammeln, meinen Marsch fortzusetzen, als ich plötzlich durch ein dumpfes Ächzen aus dem Schlummer aufgeschreckt wurde, in den ich unwillkürlich versunken war; ich horchte, mir kam es vor, als hätte ich das Wehklagen eines Menschen vernommen. Ich stand auf, wandte mich nach der Seite, woher die Stimme zu kommen schien; da ich aber bald nichts weiter hörte, hielt ich alles dies für ein bloßes Trugbild meines, durch so viele ausgestandene Drangsale geschwächten Geistes. In dieser Überzeugung ging ich der Straße zu, von welcher ich abgekommen war; plötzlich wiederholte sich das Ächzen und schien aus dem Innern des Berges hervorzudringen. Doch vergebens suchte ich nach dem Eingange, den ich trotz meiner wiederholten Untersuchungen nicht auffinden konnte. Schon fing ich an, mich von der Fruchtlosigkeit meiner mühsamen Nachforschungen zu überzeugen, als