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Der Engländer in Palermo

Wunderschön ist ein Abend in Palermo am Ufer des murmelnden Meeres, dessen Wogen von der untergehenden Sonne geröthet werden, inmitten jener regsamen und lebendigen Bevölkerung, welche tausend Mal origineller und weit weniger bekannt ist, als die klassische Rate der Abbé's, der Buhlerinnen und Lazaroni in Neapel. Durch Romane und Schauspiele hat man Neapel zu oft kennen gelernt, als daß es nicht zu etwas Altem geworden sein solltet sein Himmel und sein zauberisches Meer hat den Reiz durch zu often Genuß verloren. Sizilien ist dagegen noch neu und unbekannt; es gewährt den doppelten Reiz Arabiens und Spaniens. Saracenische Mauern erheben sich um uns, spanische Trachten zeigen sich vor den Fenstern und schweben über die Quais. Es ist das eine komische und phantastische Feerei! Und die Luft ist so milde, der Seewind so frisch und so duftig, der Gesang des fernen Hirten hat zu gleicher Zeit etwas so Wildes und so Zärtliches! Man athmet nur Blumendüfte, man sieht nur Trümmer von Marmortempeln. Auch der Adel in goldgestickten Lumpen erscheint wie ein Fragment einer grotesken Komödie; die Weiber welche so schön sind; wie in dem alten Syracus, tragen Gewänder, die seit vierzig Jahren aus der Mode sind; zwischen den Sängern und Lustwandelnden schleicht ein dicker Mönch hindurch, mit kahlem Schädel und einem schwarzen Kreuz in der Hand, um lächelnden Blicks ein Almosen zu erstehen;

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