Chapter

Erstes Buch

Sonderbares Gefühl: das verschnürte und versiegelte Eigentum eines Toten in der Hand zu halten! Es ist, als gingen feine, unsichtbare Fäden von ihm aus, zart wie Spinnengewebe, und leiteten hinüber in ein dunkles Reich. Die Führung des oft verschlungenen Spagats, die sorgsame Faltung des blauen Umschlagpapiers darunter: das alles zeugt stumm vom zielvollen Denken und Handeln eines Lebendigen, der den Tod kommen fühlte. Der darum Briefe, Notizen, Schatullen, angefüllt mit einst Wichtigem, nun aber bereits Gestorbenem, vollgesogen mit Erinnerungen, die lange jetzt verweht sind, sammelt, ordnet, bündelt mit halben Gedanken an einen zukünftigen Erben, einen ihm fast fremden, fernen Menschen – an mich –, der von seinem Hingang wissen und ihn erfahren wird, wenn das geschlossene Bündel, verschollen im Reiche der Lebenden, den Weg in fremde Hand gefunden hat. Die wuchtigen Rotsiegel meines Vetters John Roger sinds, die es verschließen, und sie tragen das Wappen meiner Mutter und ihrer Familie. Lang genug hatte dieser Mutter-Brudersohn bei Basen und Tanten schon 'der Letzte seines Stammes' geheißen, und dieses Wort klang in meinen Ohren immer wie ein feierlicher Titel hinter seinem ohnedies fremdartigen Namen, wenn es mit sonderbarem, ein wenig lächerlichen Stolz ausgesprochen wurde von den dünnen, verschrumpften Lippen, die rundum die letzten waren, einen abgestorbenen Stamm den Rest

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