Chapter

Der eiserne Wagen

Es mochte etwa elf Uhr vormittags sein; die meisten Sommergäste waren nach und nach vom Frühstückstisch herausgekommen und hatten sich im Rasen vor der Veranda des Pensionats gelagert. Nach einer Reihe von kühlen Tagen war endlich die Wärme des Sommers siegreich eingezogen; es hatte in der Nacht geregnet, dann hatte sich gegen sieben Uhr morgens das Wetter verzogen und die Sonne den ganzen Vormittag über geschienen, Gras und Erdboden getrocknet, die Pfützen aufgesogen und die Wege hart und weiß gebrannt. Und nun freuten sich die Sommergäste, daß der fruchtbare Sommer mit seiner wohltuenden Wärme endlich doch gekommen war. Darum hatten sie sich mitten in die Sonne gelagert, die über dem hohen Grase brütete; so lagen sie und blinzelten mit den Augen in das flammende Licht. Sie hörten das Rauschen des Meeres in der Ferne und lauschten auf das Säuseln des Windes, der draußen vom Meere aufstieg, über die Berge dahinstrich und in den Tannenwald eindrang, wo seine Kraft gebrochen wurde, so daß er nur mehr über die Wiese hintaumelte und allenfalls noch das Gras bewegte, das dann die Ruhenden im Gesicht kitzelte. Da, wo ich selbst im Grase lag, konnte ich noch soeben den Schimmer einer Gestalt in weißem Musselin wahrnehmen und einen goldenen Frauennacken mit Haaren, die sich sacht bewegten; wenn ich den Kopf nur ein wenig drehte, traf mein Blick die Markise des Pensionats, auf deren

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