Chapter

Die Festung

Die Festung hatte keinen Namen mehr. Die Karten nannten sie nur noch Ruine 47, eine von Hunderten, die das Erzgebirge durchzogen wie die Zähne eines alten Kamms. Der Wanderer Tomas fand sie an einem Nebeltag im Herbst, als er sich verlaufen hatte und der Wald dichter wurde, je weiter er ging, als versuchte er, ihn irgendwohin zu führen. Die Mauern waren aus schwarzem Stein, der im Nebel glänzte wie nasses Obsidian. Der Eingang war offen, keine Tür, kein Tor, nur ein Bogen, der in eine Dunkelheit führte, die so dicht war, dass Tomas' Taschenlampe sie kaum durchdringen konnte. Er ging hinein, weil der Regen stärker wurde und weil Neugier manchmal klüger ist als Vorsicht. In der Mitte der Halle, die sich hinter dem Eingang öffnete, stand der Thron. Er war aus Eisen geschmiedet, schwarz und massiv, mit Armlehnen, die wie die Klauen eines Greifvogels geformt waren, und einer Rückenlehne, die so hoch war, dass sie im Dunkel über ihm verschwand. Der Thron war das Einzige in der Ruine, das nicht verfallen war. Er stand da, als wäre er gestern geschmiedet worden, und die Luft um ihn herum war warm, als hielte er eine eigene Temperatur.

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