Erstes Kapitel
Abenteuer, Gesichter und Träume eines Philosophen in einer stillen Stadt. In den nordöstlichen Marken des Reiches, im alten Machtgebiet des Deutschen Ordens und der gewaltigen Hansa, liegt unfern dem Haff und dem Ostseegestade ein Städtchen, das sich eines uralt hochgelobten Namens erfreut, das aber nun schon seit langer, langer Zeit friedselig über seinen Ruhmeskränzen eingenickt ist und sich neuerer Großtaten behutsam entschlagen hat. Inmitten einer breiten Fruchtebene ruht es weltabgekehrt in selbstvergnügter Beschauung seiner Vergangenheit; von den reichen Gefilden her führt eine wacklige Schiffbrücke über den Fluß durch ein paar winkelhafte Gäßchen unter dem altherrlichen Ritterschlosse hin in die eine breite Hauptstraße hinein, die eher einem langgedehnten Marktplatze ähnlich sieht. Hier geht das tägliche Leben gesetzt und ruhevoll, ohne unnötiges Lärmen seinen Weg; selten nur holpert ein müdes Wäglein über das Pflaster, das unmutig widerstrebende; und das wenige schüchterne Treiben und Handeln wird halb noch verborgen und abgedämpft durch die ehrwürdigen Bogengänge, die zu beiden Seiten der Straße ohne Unterbrechung unter den spitzgegiebelten Häusern hinlaufen oder richtiger hinschleichen, die redlichen Bürger vor den Unbilden des Regens oder der Sonne behaglich zu schützen. Vor diesen steinernen Lauben aber auf der freien Straße sind für gute Sommertage gewisse