Der eifersüchtige Estremadurer
Vor etlichen Jahren verließ ein junger Edelmann einen Flecken in Estremadura und zog wie ein zweiter verlorener Sohn in verschiedenen Gegenden von Spanien, Italien und Flandern umher, worüber er in die Jahre kam und sein Vermögen zusetzte. Am Ende seiner vielfachen Reisen, als bereits seine Eltern tot waren, und sein Vermögen größtenteils durchgebracht, begab er sich nach der großen Stadt Sevilla, wo er Gelegenheit genug fand, das Wenige, was ihm noch geblieben war, zu vergeuden. Wie er sich in dieser großen Geldnot sah, und auch nicht viele Freunde hatte, nahm er seine Zuflucht zu einem Mittel, zu dem so manche andere Verschwender in dieser Stadt zuletzt greifen. Er beschloß nämlich, nach Indien zu gehen, diesem Zufluchtsorte der Verzweifelten in Spanien, dieser Freistätte der Bankrottierer, diesem Hafen der Mörder, diesem Schutz und Schirm der Gauner, dieser Lockspeise der Buhlschwestern, wo viele in ihren Hoffnungen sich betrogen finden und nur wenige ihre Lage wirklich verbessern. Wie daher eine Flotte nach Terra Firma abging, ward er mit dem Befehlshaber derselben einig, schnürte sein Bündel, versah sich mit Mundvorrat, schiffte sich in Cadiz ein und sagte Spanien Lebewohl. Die Flotte lichtete die Anker, und zur allgemeinen Freude schwellte ein sanfter und günstiger Wind die Segel, so daß er in wenig Stunden das Land ihren Blicken entrückte und ihnen die weiten Flächen des