Der dritte Schuss
1. Kapitel. Wie der Napoleon gestohlen wurde. Als Harald damals die Wachsfigur 1 Napoleons in Kolberg aus Anlaß der polizeilichen Auflösung des Robba’schen Wachsfigurenkabinetts kaufte, ahnten wir beide nicht, daß der wächserne Napoleon uns noch zu einem zweiten Abenteuer verhelfen würde, dessen Anfang weit aufregender war, als für gewöhnlich Kriminalprobleme für uns beginnen. Daß Harst den Napoleon käuflich erworben hatte, war am 18. Juli 1922 in allen Zeitungen zu lesen. Weiter stand dann auch in demselben Artikel eine kurze Uebersicht über den Tod des Artisten Robba und all die anderen Ereignisse, die mit der Festnahme der internationalen Diebesbande zusammenhingen. Falls der Leser sich für Robert Robba interessiert, wird er im vorigen Band (der Napoleon aus Wachs) genaueres finden. Jedenfalls: seit dem 19. Juli mittags war Robbas Wunderautomat »Napoleon« in Harald Harsts Raritätensammlung eingereiht und hatte seinen Platz im Bibliothekszimmer zwischen zwei Schränken, die ägyptische Mumien und präparierte Raubtierschädel enthielten. Am 20. Juli vormittags elf Uhr erschien bei uns in der Blücherstraße Nr. 10, Berlin-Schmargendorf, ein Herr, der sich durch eine Karte mit Aufdruck »Holger Svendson, Professor an der Universität in Stockholm« anmeldete. Die Köchin Mathilde brachte uns die Karte in den Garten, wo wir gerade der nützlichen Beschäftigung des Johannisbeeren-Pflückens