Chapter

Einleitung

In Nordland und Finnmarken führt zwar nicht wie auf den Faröern ein Geschlecht den Namen »Meertreibholz,« welcher das bezeichnet, was von der See »angetrieben« ist, allein der Begriff gehört doch vollkommen der nordischen Landschaftspoesie an: – Namen wie »Treibholzwik«, »Schiffsholzwick« u.a. geben einen hinreichenden Beweis dafür. Und, wenn man will, ist er ein Gemeingut des ganzen Nordens, in dessen historischem Leben er manch einen tiefen Schicksalszug bildet, wie die dunklen Sagen von König Skjold, der in einer Kornschwinge nach Dänemark fuhr, von Kraaka, der nach Spangereid kam, und von Leif, der unterwegs die Säulen seines Hochsitzes nach Island treiben ließ, ja selbst heutzutage noch wirksam ist, indem das Meer durch seine Tausende von Schiffen Norwegen aus allen Landen das Treibholz des Zeitgeistes zuführt. Als Leif die Säulen seines Hochsitzers über Bord warf, war es sicher nicht ausschließlich eine religiöse Handlung. Mit der bedächtigen Umsicht des ersten Besitzergreifers wollte er den Weg des ihm zur Feuerung und zu seinen hölzernen Geräten unentbehrlichen Treibholzes beobachten, um darüber ins Klare zu kommen, wo er auf der isländischen Küste mit Rücksicht hierauf seinen Wohnsitz am richtigsten aufschlagen müßte, und diese Stelle wurde Reykjavig (»Treibholzwik«). Wie der warme Golfstrom Wracktrümmer und Treibholz nach Norden mit fortführt, so haben auch die

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