Erstes Kapitel
Um zu verstehen, was sich nach Macskaházy's Ermordung zutrug, ist es nöthig, den Leser noch einmal an jenen Abend zu erinnern, an welchem wir den unglücklichen Fiscal zum letzten Male in Tengelyi's Hause gesehen. Die Familie des Notars, zu der jetzt auch Akos gehörte, und Vándory, der seit Jahren beinahe jeden Abend in diesem Hause zubrachte, saßen im freundschaftlichen Gespräche in Elisabeths Zimmer, während Tengelyi im andern Briefe schrieb. Der Notär war entschlossen, zur Aufrechthaltung seiner Rechte Alles zu versuchen, und in der Hoffnung, daß dort, wo sein Vater gelebt, vielleicht für seinen Adel Beweise zu finden wären, beschloß er, jene Bekannten seines Vaters, die noch am Leben waren, brieflich aufzufordern, daß sie ihm in seiner traurigen Lage zur Vertheidigung seiner Rechte hilfreiche Hand bieten möchten. Während des Schreibens wurde die Aufmerksamkeit des Notärs durch ein leises Klopfen am Fenster erregt; er blickte auf, weil er aber nichts sah, setzte er seine Beschäftigung fort – nachdem jedoch dieses Geräusch sich noch zweimal wiederholte, öffnete er das Fenster und sah hinaus. Da er wieder nichts sah, rief der Notär ungeduldig hinaus: »Wer stört mich denn?« und wollte das Fenster schon wieder schließen, als ein kleines Briefchen in das Zimmer flog und Schritte gehört wurden, mit denen Jemand neben der Wand ungesehen und schweigend sich in die Dunkelheit verlor.