Chapter

Mischa

Lederjoppe. Ledermütze mit einem Kniff über dem Schirm. An den Schläfen – dunkelblonde, krause Haarbüschel. Scharf und verwegen der Blick der grauen Augen. Mischa heißt er. Siebzehn Jahre alt. Von klein auf ist er ein Waisenkind. Verwandte hat er nicht. Ein guter Mensch hatte ihn zu sich genommen, der Schuster Kusmitsch. Doch Mischa behagte es da nicht. Er lief davon. Und Kusmitsch war doch gut zu ihm gewesen – kränkte ihn nicht, überhäufte ihn nicht mit Arbeit. Wie ein Vater war er zu ihm. Aber, wie gesagt, dem Jungen behagte es nicht – er lief davon. Heimlich. Ohne Geld. Bei strömendem Regen. Und von da ab lebte er auf der Straße. Anderen heimatlosen Jungen schloß er sich an, trieb mit ihnen »Straßenhandel«. Sie sammelten Flaschen, Lumpen, verschiedenes Gerümpel. Auch vor Diebstahl scheuten sie sich zuweilen nicht. Es passierte so allerhand. So verstrichen unbemerkt, spielend vier Jahre Straßenleben. Mischa war nun zwölf Jahre alt. * Revolution. Das war eine fröhliche Zeit für Mischa! Ein Tönen – ein Wogen ... Ja – fröhlich, fröhlich war's. Er hatte sich mit allen verbrüdert – alle waren sie nun gleich. Es war, als hätten die Menschen begriffen, daß das wahre Leben nicht in der Enge der Häuser und Wohnungen gelebt werden soll, sondern in den Straßen, auf den Plätzen ... Fröhliche Tage – herrliche Tage ... Gefängnisse wurden gestürmt, Gefangene befreit. Mischa hatte sie weinen

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