Chapter

Der Diamant

Die Begebenheit, die in den folgenden Blättern dargestellt werden soll, trug sich gegen Ende November des Jahres 1809 zu, in der Zeit, als Napoleons flüchtige Herrschaft den höchsten Gipfel ihres Glanzes erreicht hatte. Die Fanfaren des Sieges von Wagram hallten noch im Herzen der österreichischen Monarchie wider. Der Friede zwischen Frankreich und der Koalition war unterzeichnet. Die Könige und Fürsten kamen herbei, um, gleich Gestirnen, ihre Bahn um Napoleon zu beschreiben, der sich seinerseits ein Vergnügen daraus machte, ganz Europa in seinem Gefolge hinter sich herzuziehen, ein glänzendes Vorspiel zu dem Gepränge, das er später in Dresden entfaltete. Nie hat Paris, nach Aussage der Zeitgenossen, schönere Feste gesehen, als es diejenigen waren, die der Heirat des Herrschers mit der Erzherzogin aus dem Hause Österreich vorangingen und folgten. Nie hatten sich in den größten Tagen der ehemaligen Monarchie so viele gekrönte Häupter an den Ufern der Seine zusammengedrängt, und nie war der französische Adel so reich und so glänzend gewesen wie damals. Die Diamanten, im Überfluß an jedem Schmuckstück angebracht, die Gold- und Silberstickereien der Uniformen stachen so sehr von der Dürftigkeit der Republik ab, daß man glaubte, auf einmal die Reichtümer des ganzen Erdballs in den Salons von Paris zu erblicken. Eine allgemeine Trunkenheit hatte dieses kurzlebige Kaiserreich

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