Chapter

1. Der Falschspieler.

Im Jahre 1860 am 1. Dezember, also zu jener Jahreszeit, in welcher in Südamerika der Sommer beginnt und wo die fortwährenden Regengüsse aufhören, die ein Kennzeichen des südlichen Winters und Frühlings sind, hatte sich hinter den alten Festungsmauern von Valdivia auf einer vom Stadtverkehr ziemlich abgeschnittenen Wiese eine Schar von Leuten versammelt, deren Aussehen verriet, daß sie den niedrigsten Ständen der chilenischen See- und Handelsstadt angehörten. Es waren durchweg Lastträger, Schiffer, Viehtreiber und namentlich Mineure und Bergwerksarbeiter aus den damals im vollen Betrieb stehenden Silberbergwerken von Valdivia, die den entlegenen Winkel hinter der Festung aufgesucht hatten, um dort dem leidenschaftlich geliebten Montespiel zu frönen. Die Sonne strahlte in ihrer vollen Pracht vom azurblauen Himmel hernieder und spiegelte sich im breiten Valdiviastrom, der gleich einem silbernen Bande aus dem dunklen Grün des Urwalds sich herwälzend in majestätischer Freundlichkeit vor den alten Festungswerken vorüberfloß. Unzählige Boote und Kanoes fuhren hin und her, auf denen die Bewohner der Umgegend teils ihre Landesprodukte nach Valdivia brachten, teils Waren von dort nach dem Hafen von Corral verluden. Auch Scharen von Indianern langten am Landungsplatz an, die Rindvieh und Pferde mit sich führten, um diese gegen Waren zu vertauschen, welche sie benötigten. Der Strom bot

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