Erster Aufzug
Dramatischer Scherz in zwei Aufzügen von Ernst Raupach. Das Stück spielt in einer bedeutenden Provinzialstadt. Rechts und links vom Schauspieler. Salon in der Wohnung des Präsidenten. Eine Mittel- und zwei Seitenthüren; rechts ein Fenster. Auf der rechten Seite ein Sopha, überhaupt elegante Einrichtung. Ida langsam und traurig aus der rechten Seitenthüre. Zu gleicher Zeit Lindau durch die Mitte. Lindau. Ah, guten Morgen, theure Ida! (Er küßt ihr die Hand.) Das nenne ich einen glücklichen Stern, der mir sogleich beim Eintritt das Schönste und Liebste entgegenführt. Ida. Preisen Sie Ihren Stern ja nicht, er hat es nicht verdient. Lindau. Wie meinen –? Aber jetzt sehe ich erst, so trübe gestimmt? Ida. Und wahrlich nicht ohne Grund. Lindau. Ist Ihnen etwas Widriges begegnet? Ida. Noch nicht; aber es droht mir etwas, was wohl mehr als widrig sein dürfte – Lindau. Was droht Ihnen? was? Ida. Eine Vermählung. Lindau. Eine Vermählung! Mit wem? Ida. Mit dem jungen Baron von Krautfeld. Lindau. Ah – Sie scherzen. Ida. Sehen Sie auf meinem Gesicht den Sonnenschein des Scherzes? Lindau. So hat man mit Ihnen gescherzt. Ida. Meine Mutter hat es mir so eben angekündigt, und die scherzt wahrhaftig nicht. Ja, wenn es mein Vater wäre. Lindau. Also Ernst? – Warum haben wir uns nicht früher Ihren Eltern entdeckt? Ida. War das meine Schuldigkeit? Lindau. Nein! nein! die meinige. [Aber weiß ich denn