Der Daemon des Hauses
Wir führen den Leser auf eine weite Haidefläche, deren ödes, einförmiges Ansehen einen Wanderer, welcher genöthigt gewesen wäre, dieselbe am Tage zu überschreiten, wahrscheinlich veranlaßt hätte, seine Schritte zu beeilen, um so bald wie möglich den daranstoßenden großen Wald zu gewinnen, wo er wenigstens im Schatten der breitästigen Buchen und Eichen an einem heißen Sommertage Kühlung gefunden hätte und sein Herz wohl auch durch den Gesang der befiederten Bewohner desselben erfreut worden wäre. Jetzt war freilich die Nacht längst hereingebrochen und diese Nacht war eben keine solche, von welcher sich ein Reisender, wenn ihn nicht die Nothwendigkeit dazu zwang, gern hätte überraschen lassen. Finstere Wolken bedeckten den Horizont und während sich von Zeit zu Zeit heftige Windstöße geltend machten, fegten dieselben auch gleichzeitig in einzelnen Pausen einen feinen durchdringenden Sprühregen über die wie ein Leichentuch sich ausbreitende Einöde. An dem Saume des Waldes lag ein kleines Haus, dessen weiß angestrichene Wände jetzt ebenfalls die Finsterniß verhüllte, welches indessen, bei Tage betrachtet, zu der nahen Vermuthung geführt hätte, daß es die Wohnung eines Försters oder Waldhüters sei. Ein matter Lichtschimmer drang aus einem der niedrigen Fenster, dem ermüdeten Reisenden schon aus der Ferne andeutend, daß er hier hoffen durfte, für einige Zeit Ruhe und Erholung zu