Die Buecherkette
Eine Woche später kam eine Antwort. In *Brücke über einen stillen Fluss* — das Frau Andresen zurückgegeben hatte und das Marek ausgeliehen hatte — lag eine kleine Notiz in leicht zittriger Handschrift.
*Lieber Marek. Ja. Bitte. Das Gespräch war meine Freundschaft. Ich würde mich freuen, dich darin zu haben. — A.*
Das war der Anfang.
In den nächsten zwei Jahren tauschten Marek und Frau Andresen Bücher aus. Er war sich nicht immer sicher, ob er die Bücher verstand, die sie auswählte; manche waren erwachsene Geschichtsbücher, an denen er drei Wochen las. Aber die Notizen waren immer freundlich. *Hast du den Teil über den Fluss verstanden? Mach dir keine Sorgen, wenn nicht. Ich musste ihn beim ersten Mal auch dreimal lesen.* Manchmal schickte sie ihm ein Kinderbuch, das sie, wie sie sich erinnerte, in seinem Alter geliebt hatte. Manchmal schickte er ihr ein Buch, das er liebte, mit einer Notiz, in der er das schrieb.
Frau Soltan führte über sie Buch. Sie wusste immer, welches Buch wann fällig war.
Als Marek elf war, lud Frau Andresen ihn zum Tee ein. Er ging an einem Sonntagnachmittag hin. Frau Andresen war älter, als sein Großvater es gewesen war, und langsamer, aber ihre Augen waren von derselben wachen Art. Sie saßen in ihrem winzigen Garten mit einer Kanne schwarzem Tee und einem Teller Kekse, und sie erzählte ihm Geschichten über seinen Großvater, die Marek nie gehört