Der chinesische Messerwerfer - 1. Seiltänzerin und Milliardärin.
Am 26. September vormittags neun Uhr fuhr vor der Harstschen Villa in Berlin-Schmargendorf ein großes Reiseauto vor, dem eine Dame in Reisemantel und Autobrille entstieg. Harst und ich standen gerade am Fenster von Haralds Arbeitszimmer. »Ein amerikanischer Chosbrey-Wagen,« meinte Harald in Bezug auf das Auto. »Acht Zylinder, aller Komfort, Preis etwa 80 000 Dollar. Die Dame will natürlich zu uns. Sie hat jetzt die Autobrille abgenommen. Die übrigen drei Personen —« — Er schwieg einen Moment, fuhr dann fort: »Weißt Du, wer die Dame ist? Vor vier Jahren konntest Du ihr Bild in allen illustrierten Blättern finden — auf dem Drahtseil — in Balltoilette. Es ist die ehemalige Seiltänzerin Asta Astara, jetzt Gattin des Chikagoer Milliardärs Willburne —« »Ah — dieselbe, der durch die Bande Vincent Saalborgs vor einem Jahr sämtliche Juwelen gestohlen wurden.« »Ganz recht. — Sie kommt auf das Haus zu. Treten wir vom Fenster zurück.« Gleich darauf saß Frau Asta Willburne uns gegenüber. »Herr Harst, ich halte mich seit sechs Wochen in Europa auf,« begann sie in tadellosem Deutsch. »Vor drei Tagen fand ich in einer Amsterdamer Zeitung einen Bericht über Ihr Abenteuer in Arendsee. Mich interessierte daran lediglich der Schluß, wo von meinen Juwelen und davon die Rede war, daß der Hochstapler Saalborg seinen einstigen Verbündeten die Juwelen wieder abgenommen hat und daß die beiden Diebe