I. Die Freiwilligen
Es war am Abend des 10. März 1793. Aus Notre-Dame hatte es zehn Uhr geschlagen, und jede Stunde war, sich nach einander lösend, wie ein aus einem ehernen Neste geschleuderter Nachtvogel traurig, eintönig, vibrierend entflogen Die Nacht war auf Paris herabgesunken, nicht geräuschvoll, stürmisch, von Blitzen durchzuckt, sondern kalt und nebelig, Paris selbst war nicht das uns bekannte Paris, blendend am Abend von tausend Feuern, die sich in seinem vergoldeten Kothe wiederstrahlen, Paris mit den geschäftigen Spaziergängern, mit dem freudigen Geflüster, mit den bacchischen Vorstädten, die Pflanzschule verwegener Händel, kühner Verbrechen, der Ofen mit dem tausendfachen Gebrülle, sondern eine verschämte, schüchterne Altstadt, deren seltene Einwohner liefen, um von einer Straße in die andere zu gelangen, und in ihre Gänge oder unter ihre Thorwege stürzten, wie von den Jägern umstellte wilde Thiere sich in ihre Höhlen werfen. Es war endlich, wie gesagt, das Paris des 10. März 1793. Einige Worte über die äußere Lage, welche diese Veränderung in dem Angesicht der Hauptstadt herbeigeführt hatte, und wir werden mit den Ereignissen beginnen, deren Erzählung den Gegenstand dieser Geschichte bilden soll. Frankreich hatte durch den Tod von Ludwig XVI. mit ganz Europa gebrochen. Mit den drei Feinden, die es Anfangs bekämpft, nämlich mit Preußen, dem Reiche und Piemont, hatten sich England,