XXVI. Black
Der Municipal entfernte sich, um seine Collegen zu rufen und das von den abgehenden Municipalen zurückgelassene Protokoll zu lesen. Die Königin blieb allein mit ihrer Schwägerin und ihrer Tochter. Alle drei schauten sich an. Madame Royale warf sich in die Arme der Königin und hielt sie umfangen, Madame Elisabeth näherte sich ihrer Schwägerin und reichte ihr die Hand. »Beten mir zu Gott,« sprach die Königin; »doch beten wir so, daß Niemand vermuthet, wir beten.« Es gibt, unselige Zeiten, wo das Gebet, diese natürlichen Hymne, welche Gott in den Grund des menschlichen Herzens gelegt hat, in den Augen der Menschen verdächtig wird, denn das Gebet ist ein Akt der Hoffnung oder der Dankbarkeit. In den Augen ihrer Wächter war aber die Hoffnung oder die Dankbarkeit der Königin eine Ursache zur Unruhe, weil die Königin nur Eines hoffen konnte, die Flucht, weil die Königin Gott nur für Eines danken konnte, dafür, daß er ihr die Mittel zur Flucht gegeben. Nachdem dieses Gebet im Innern vollendet war, blieben alle Drei ohne ein Wort zu sprechen. Es schlug drei Viertel aus zwölf Uhr, dann zwölf Uhr. In dem Augenblick, wo der letzte Schlag unter dem ehernen Schlägel erscholl, fing ein Waffengeklirre an die Wendeltreppe zu erfüllen und bis zu der Königin herauf zusteigen. »Es sind die Wachen, die man ablöst,« sagte sie, »Man wird kommen und uns holen.« Sie sah, daß ihre Schwägerin und ihre