Chapter

1. Kapitel. Ursula, Harst und ich. . .

Die hier geschilderten Vorgänge spielten sich zu einer Zeit ab, als der Würger Inflation ungezählte Existenzen vernichtete und nur wenige ganz Gerissene durch den Milliarden-Wahnsinn reiche Beute errafften. Mein Freund Harst war in den letzten Tagen sehr viel allein unterwegs gewesen, natürlich stets nachts und ohne mich von diesen nächtlichen Ausflügen zu verständigen. Er schlief dann bis in den Mittag hinein, war zugeknöpfter denn je und erklärte lediglich, die Sache sei noch nicht spruchreif. Die naßkalten Herbsttage erhöhten nur noch meine gereizte Stimmung. Harsts Verschlossenheit kränkte mich. Wir waren seit Jahren Kampfgefährten, und ich glaubte Anspruch darauf zu haben, in alles eingeweiht zu werden. Aus dieser gereizten Stimmung heraus entschloß ich mich zu einem ungewöhnlichen Schritt: In der vierten Nacht folgte ich meinem Freunde heimlich, und da es wieder einmal in Strömen regnete, gelang es mir auch, unbemerkt hinter ihm zu bleiben. So gelangte ich denn nach langem Marsche zu einem einzeln stehenden älteren Hause an der Grenze des Vorortes Zehlendorf, wo Harst blitzschnell über den morschen Bretterzaun des Grundstücks turnte und mir zunächst aus den Augen kam. Das Haus und seine Stallungen verrieten, daß der kleine Besitz einstmals ein besserer Bauernhof gewesen war. Ich hatte mich gleichfalls über den Zaun geschwungen und stand nun unter dem weit vorspringenden

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