Zwei Zuchthäusler
»Sie haben sich sehr verändert, Jolly,« sagte Harst zu dem alten Herrn, der mit einem Rucksack in der Linken und immer wieder sich nach Kienäpfeln bückend unserem Lagerplatz langsam sich genähert hatte. Wir waren morgens an diesem prächtigen Junitage zu einem Spaziergang durch die Wälder am Havelufer aufgebrochen und frühstückten nun am Rande einer Schonung unweit des Jagdschlosses Grunewald die mitgenommenen Delikatessen. Herr Jolly störte mithin meine eingehende Prüfung einer Büchse Krebsschwänze in Dill. »Ich würde Ihnen raten, lieber Jolly,« fuhr Harald fort und brachte seine Pistole nachdrücklich zum Vorschein, »auf irgendwelche Vergeltungswünsche zu verzichten. Sie haben Ihre drei Jahre Zuchthaus mit Fug und Recht absitzen müssen, und nach Ihrer Entlassung vor drei Tagen habe ich geradezu auf Sie gewartet. Sie sind nun stundenlang hinter uns her und sicherlich müde. Setzen Sie sich bitte. Sollten Sie die rechte Hand in Ihren Rucksack verschwinden lassen, schieße ich bestimmt zuerst.« Der alte Einbrecher und Straßenräuber Jolly Banke lächelte töricht. »Ich glaubte, Sie würden mich nicht erkennen, Herr Harst.« »Falsche Bärte und Schminke rieche ich sogar auf weite Entfernung … Setzen Sie sich.« Jolly schüttete seinen Rucksack aus. Es waren nur Kienäpfel darin. »Wenn ich auch damals im Gerichtssaal die albernen Redensarten vom Stapel ließ,« meinte er ganz offen und