März
Nun müssen Märzwinde die Bäume reiten Und Wünsche und Wolken am Himmel streiten; Nun lassen die Mädchen die Träume liegen Und wollen die Hüften im Tauwind wiegen; Sie flögen wie Wolken gern aus dem Haus Und schlügen gern wie die Bäume aus; Und könnt ihnen einer ins Auge spähen, Er würde den Mai schon im Märzen sehen. Erwartung läßt jetzt keinen los, Die Acker liegen erdig und bloß. Wie Vorabend dunkelt es noch ums Haus, Noch sprang kein Blumengesicht heraus. Berg grüßt den Berg mit Erdgeruch, Vergraben liegt noch das Liederbuch; Aber manchmal wird schon die Amsel laut, Wenn die Abendsonn' sich ein Luftschloß baut, Manchmal sieht ein Aug' zu dem Schloß hinauf, Und ein Herz geht wie unter Erde auf. Heut habe ich über den Äckern gehört, Wie brünstig die Amsel den Frühling beschwört. Betört voll Behagen lag da jeder Stein, Ließ Moose quellen gar zierlich und fein, Die Moose bauten kraus Nest bei Nest, Weil sich manch Pärchen bald niederläßt. Die Amsel noch abends den Frühling beschwor, Und er hielt Einzug zuerst in mein Ohr. Wohl blieben die Äcker noch dunkel und leer, Im Ohr aber ging mir ein Feuer umher, Viel schöner noch als der lieb Amsel Gedicht Sang's Liebchen in mir, das den Frühling verspricht. Der Föhn den Berg angräbt Und will den Berg umlegen, Er hezt auf allen Wegen, Die Wolke heult und lebt. Aus vollen Lungen lachen Die Echo mit Geschnauf, Den Äckern all den brachen