Prolog. Fräulein Westerfield's Erziehung.
Die Geschworenen hatten sich zur Berathung zurückgezogen. Der Obmann war eine unter seinen Kollegen sich zweifach hervorthuende Persönlichkeit, denn er besaß den klarsten Kopf und die gewandteste Zunge; man konnte einmal wenigstens mit gutem Gewissen behaupten, daß er der rechte Mann auch an der rechten Stelle sei. Unter den elf Geschworenen befanden sich vier, denen man ihre hervorragende Charaktereigenschaft sofort von den Zügen ablesen konnte. Der Eine von ihnen hatte nur kulinarische Wünsche und kannte kein höheres Sehnen als ein gutes Diner. Der Zweite war so unaufmerksam, daß er allerhand Figuren auf das Fließblatt zeichnete, welches vor ihm lag. Den Dritten hätte man am besten mit der Bezeichnung »nervöser Geschworener« charakterisiert, während der Vierte schweigsam genannt werden mußte, sich im Stillen aller vielleicht das klarste Urtheil bildete. Von den sieben übrigen Mitgliedern der Jury war der Eine ein kleiner, schläfriger Mann, der sich um nichts bekümmerte, ein Anderer ein reizbarer Kranker, den man nur sehr gegen seinen Willen hinzugezogen hatte, und fünf repräsentierten die große Minorität der Bevölkerung; sie waren leicht lenkbare, ruhige, glückliche Staatsbürger, die eigentlich gar keine selbstständige Meinung kannten. Der Obmann trat an die ihm zukommende Stelle, zu Häupten des Tisches, seine Kollegen nahmen rechts und links von ihm Platz; dann trat jenes