Kapitel 37
Gestatten Sie mir, Herr Herbert Linley, auf Ihre Fragen schriftlich zu antworten, da es sehr wahrscheinlich ist, daß manche meiner Anschauungen, wollte ich sie versöhnlich zum Ausdruck bringen, Sie vielleicht verletzen könnten. Hinsichtlich des Fräuleins Sidney Westerfield kann ich Ihre Sorge beruhigen, aber es muß mir gestattet sein, dies auf meine eigene Weise zu thun. Sie haben ganz Recht, wenn Sie annehmen, daß Fräulein Westerfield meinen Namen in Mount-Morven nennen hörte; daß sie vernahm, ich sei der Geschäftsführer und legale Rathgeber der Dame, welche einst Gattin gewesen. Welcher Zweck sie veranlaßt, sich unter solchen Umständen an mich zu wenden, werden Sie alsbald erfahren. Hinsichtlich der Mittel, durch welche sie den Weg zu meinem Bureau gefunden, darf ich Sie wohl erinnern, daß jeder Wohnungsanzeiger ihr die gewünschte Auskunft geben konnte. Fräulein Westerfield's Zweck in erster Linie war, mir mitzutheilen, daß ihre gemeinsame Existenz mit Ihnen ihr Ende erreicht habe. Von Motiven geleitet, welche Sie gewiß verstehen und, wie ich hoffen will, auch achten werden, hat sie Ihren Schutz verlassen, um nie mehr unter denselben zurückzukehren. Es hat mir leid gethan, zu sehen — obzwar sie sich alle Mühe gab, es vor mir zu sehen — wie schmerzlich sie die Trennung empfand. Sie sind von zwei anmuthigen edlen Frauen innig geliebt worden und Beide haben ihr Herz an sie