Der Betrug
Mein lieber Sohn,« sprach der Abbé Cénabre gemächlich mit seiner schönen, tief klingenden Stimme, »eine leichte Anhänglichkeit an die Güter dieser Welt ist verzeihlich, und sie gegen die Angriffe anderer zu verteidigen, scheint mir, im Rahmen des Gesetzes, ebenso recht wie billig. Gleichwohl ist es ratsam, mit Klugheit, Zurückhaltung und scharfer Unterscheidung vorzugehn. Das Leben eines Christen in dieser Welt ist ganz und gar Maßhalten: ein Ausgleich … Wir widerstehn kaum den heftigen Ausbrüchen der Natur in uns; doch wir können sie mit viel Geduld und Hingabe in ruhigere Bahnen leiten … Wenn wir nur das Unvermeidliche vorurteilslos gegen jedermann verteidigen, wird das Herz sich leicht seinen Frieden bewahren oder ihn wiederfinden, wenn es ihn verloren hat.« »Ich danke Ihnen«, erwiderte Herr Pernichon mit dem Nachdruck echter Bewegtheit. »Ich gestehe, der Kampf für die Ideen bringt uns manchmal sehr auf; aber Ihr vorbildliches Leben und Denken ist für mich stets ein starker Rückhalt.« (Bei diesen Worten ging ein krampfartiges Zucken um seinen Mund, wovon sein Bart noch erzitterte.) »Ich gebe zu,« fuhr er fort, »man brauchte den Jahresbericht nicht gerade mir anzuvertrauen. Andere Confratres wären wohl geeigneter. So hätte ich gern dem verehrungswürdigen Nestor der katholischen Presse meinen Platz eingeräumt, hätte er nicht von Anfang an eine Ehre verschmäht, die ihm von