Der Watschenbaum
Da gibt's Leut', die in der Welt herum kommen sind, und Leut', denen's daheim viel lieber ist. Die einen sind Landbriefträger, italienische Maurer, Professer und Bändlhausierer. Die andern sind verheiratet. Die wissen nichts, die andern. Aber die einen kennen sich aus in der Welt und wissen, was das im Bayrischen bedeutet: eine Watschen. Wenn sie wieder heimgereist sind, horchen alle Leut' auf, und sie erzählen's und fangen an, zu übersetzen: »Eine Ohrfeige. Eine Maulschelle. Eine Backpfeife.« Je nach der Sprach' daheim. Aber die Watschen hat halt dann den richtigen Klang nicht mehr. Was aber Watschenbaum heißt, das wissen die wenigsten Leut'. Da muß man sich schon gut umgesehen haben in der Welt: bis Sankt Barthlmä, bis Chieming, bis Rottach und bis in die Scharnitz muß man gekommen sein, dann kann man reden über Land und Leut'. Dann kann man auftrumpfen: der Watschenbaum, das ist kein Baum, er tut nur so. Der Watschenbaum ist ein fester Arm, und was fünffingerig dranhängt, daraus macht man die Watschen. Wenn der Arm, quasi Baum, umfällt, dann ist eine Watschen reif geworden und muß weg. Und was g'scheidte Leut' sind, die gehen da nicht hin, wo die Watschenbäum' umfallen. Oder sie stehn ein bissel weiter weg, schauen zu, nichts anderes, schätzen den Mann ein, der haut, messen die Watschen und taxieren den, der sie abnehmen muß. Es ist ja weiter nix dabei – is halt ein