Chapter

Der Aufstand von Wolowce

Über die sonnige Heide ging ein Summen, leise und unablässig, als schliefe sie und das wäre ihres Atems Ton. Ich lauschte darauf, wie ich so langsam im Sonnenbrande dahinschritt, und lauschte und konnte nicht ergründen, woher das leise Tönen rühre. Ähnlich hört sich's, wenn urplötzlich – wer weiß, wovon? – ein Windhauch wach wird auf der Heide und im Wacholder wühlt. Aber diesmal standen die Lüfte still über der erhitzten Erde, und droben am Himmel waren die weißen Wölkchen wie angenagelt, und dennoch schwamm jenes seltsame Summen in den lauen Wellen des Äthers. Gezirpe von Grillen konnte es auch nicht sein; das klingt schrill und aus nächster Nähe; jenes Tönen aber zitterte sanft, halb verweht in mein Ohr. Einmal erlosch es ganz, und es war unsägliche Einsamkeit um mich; kein Ton und keine Bewegung, so weit die ungeheure Glocke des Himmels auf der Ebene stand. Dann wachte es wieder auf; zuerst von einer Richtung her, bis sich mählich wieder das Netz der Töne über die ganze Heide spann. War das Musik, eine Fiedel oder Flöte, aber fern, sehr fern? War's vielleicht Jacek der Spielmann? Der irre Greis hat sich ein Plätzlein gesucht, wo das Gesträuch dicht zusammensteht, und seine flickige Jacke darüber gebreitet, und nun spielt er im Schatten leise auf seiner Fiedel, wild, süß, wirr, wie der Vogel sein Lied pfeift. Heut wär's ja nicht zum ersten Male; wie oft hab' ich ihn so

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