Chapter

Benehmen ist keine Glücksache

Der Ballonfisch arbeitete als Kulissenschieber in einem
 Provinztheater. Die Ballonfischin war Sekretärin bei
 einem mittelständischen Schrotthändler. Sie hatten 
eine schöne Mehrzimmerwohnung und ihr grösstes
 Vergnügen war es, in mittelmässigen Restaurants
 zu speisen und die dort bedienenden jungen 
Aushilfskellner in hinterhältige Fallen zu locken. Die Ballonfischin bestellte Fisch, der Ballonfisch ein
 schwierig zu bereitendes vegetarisches Met.
 Es dauerte lange. Sie schickten den jungen
 Aushilfskellner mehrmals in die Küche hinunter
 zum Nachfragen, wechselten des öfteren den Tisch
 unter dem Vorwand einer Zugluft oder eines zu
 kurzen Tischbeines und liessen sich jedesmal die
 angefangenen Vorspeisen, Gläser und Flaschen
 hinterherschleppen. Nun hatte die Ballonfischin in ihrer abonnierten
 Frauenzeitschrift gelesen, dass man Fisch mit einem
 Fischmesser isst. Das Fischmesser ist ein klobiges,
 breites Ding, das der Gast hingelegt bekommt, wenn
 er Fisch bestellt. Das Fischmesser gehört zu den vielen kleinen
 Hindernissen, die dem Volk in den Weg gelegt 
wurden, um es daran zu hindern, mit den Herrschaften zu speisen, denn es gehört schon ein
 grosses Mass an Ungeschicklichkeit dazu, wenn
 man es nicht schafft, den Fischbrocken mit einem
 normalen Messer in den Hals zu befördern. So ist es mit kaum zu unterscheidenden Wein- und 
Wassergläsern, der Ausrichtung der

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