Die Hochzeit am Erdweg
Wer auf den Eisenschienen dahindampfend die Münchner Hochebene verläßt, um das Lechgebiet zu erreichen, der sieht zur linken Seite die Alpen des bairischen Hochlandes immer mehr zurücktreten und bald vollständig verschwinden; die weite fast unabsehbare Fläche, die ihn dann mit Haideland und stundenlangen Strecken schwarzen Torfmoors umgiebt, wird nur nach rechts hin von einem niedrigen Höhenzuge begrenzt, an dessen Fuß die braune Amper nach Süden einbiegt und auf welchem früher all der reiche Verkehr dahinzog, welcher nun durch Sumpf und Oede in der Ebene fliegt. Auf diesem Höhenzuge, wenn man ihn bei Dachau erstiegen, führt die alte große Heerstraße nach Augsburg, früher belebt durch Reihen von Frachtwagen, Reisefuhrwerk und Wandernde aller Art, umgeben von fruchtbarem, welligem Ackerlande, Wiesen und stattlichen Föhren- und Tannenwäldern – jetzt etwas abgeschieden und vereinsamt, bis die Eisenreifen auch hierher sich erstrecken und die still und echt ländlich gewordene Gegend zu einem Glied in der Kette gemacht haben werden, welche der unermüdliche Mensch bald ganz um seine Sclavin, die Erde, geschlungen hat. An manchen Tagen riß der Zug der Reisenden fast gar nicht ab und manches Dorf und manches jetzt schweigsam liegende Wirthshaus war damals die Stätte lauten fröhlichen Geschäfts und schallender Freude. Noch bunter war das Bild, als vor hundert Jahren die alte Reichsstadt