Samstag
Am Samstag ging Pia zu Bos Haus, mit einer kleinen Tasche. In der Tasche hatte sie: eine Packung Kekse, ein Taschenbuch, das ihr kürzlich gefallen hatte, und ihren Skizzenblock, falls Bo zeichnen wolle.
Bos Mutter öffnete die Tür. Ihre Augen waren müde, aber freundlich. Sie umarmte Pia kurz, so wie Erwachsene umarmen, wenn sie für etwas dankbar sind, das ein Kind tut.
„Er ist in seinem Zimmer. Geh hoch."
Pia ging hoch.
Bo saß im Schlafanzug auf seinem Bett. Er sah dünner aus als vor drei Tagen. Sein Gesicht war auf eine bestimmte Art still.
„Hi", sagte Pia von der Tür.
„Hi."
Sie kam herein. Sie setzte sich auf den Boden — auf dem Stuhl lag sein Schulkram. Sie sagte zunächst nichts. Sie holte die Kekse heraus und legte sie aufs Bett. Sie holte das Taschenbuch heraus und legte es aufs Bett. Sie holte den Skizzenblock heraus und legte ihn auf den Boden.
„Ich dachte, du kannst aussuchen. Wir können lesen oder zeichnen oder Kekse essen. Oder ich sitze einfach hier. Was du willst."
Bo sah sie an. Sein Gesicht veränderte sich nicht.
„Können wir einfach sitzen?"
„Ja."
Also saßen sie.
Etwa zehn Minuten lang sagte keiner von beiden etwas. Bo starrte auf seine Decke. Pia zeichnete sehr langsam eine kleine Blume in ihren Skizzenblock. Die Katze — Bos Katze, sie hieß Hilda — kam herein, betrachtete sie und legte sich auf Bos Fuß.
Nach etwa zwanzig Minuten sagte Bo: „Ich weiß