Chapter

Die Vorgeschichte

Der alte Schmuggler. Novelle von Ludwig Rosen, Verfasser des „Buchenhofes“. Der Lieutenant von dem Busch ging höchst mißmuthig in seinem Zimmer auf und ab. Mit dem frohesten Gesichte von der Welt trat dagegen sein Freund und Camerad, der Lieutenant Schellenberg, ein und begann sogleich mit munterem Geplauder: „Du kannst mir nun Glück auf den Weg wünschen, denn morgen oder übermorgen tret’ ich spätestens meine Rheinreise an; meine Ersparnisse vom Honorar für die Beiträge zum militärischen Journal reichen, denk’ ich, für einen Monat aus, und den Urlaub hab’ ich schon seit vorgestern in der Tasche.“ „Du bist ein Glückskind!“ sagte Busch mürrisch. Mit fröhlichem Lachen rief Schellenberg: „Das hat mir, so viel ich weiß, noch Niemand gesagt, und am wenigsten erwartete ich es vom reichen Freiherrn Busch zu hören. Hab’ ich doch gar nichts auf der weiten Welt, als mein Patent und meine bescheidene Gage, nicht einmal Eltern und Geschwister! Aber Dir muß etwas Unangenehmes begegnet sein, Du siehst ja ganz griesgrämlich aus!“ „Ich habe wohl Ursache, denn das Glück hält mich geradezu zum Narren. Es ist Dir hinlänglich bekannt, daß ich zu den zahlreichen Verehrern der Tochter des Präsidenten von Bevernförde gehöre, und ich kann wohl sagen, daß mein ganzes Lebensglück vom günstigen Erfolge meiner Bewerbung abhängt. Ohne alle Koketterie, nur aus der Unsicherheit eines noch unentschlossenen

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