Chapter

Hugo's Jugendstreiche

Bequem in seinem weichgepolsterten Fauteuil hingestreckt saß der reiche Kaufmann Lüders und trank seinen Morgenkaffee. Auch andere Leute trinken ihren Morgenkaffee, und Du, lieber Leser, gewiß nicht den schlechtesten, aber zehn gegen eins will ich daran wetten, daß Du dieses angenehme Geschäft nicht mit jener erhabenen Ruhe und stillen Gemüthlichkeit verrichtest, die den Kaufmann Lüders charakterisiren; denn alsdann müßtest Du ihm auch in andern Dingen ähnlich sein, das heißt, Du hättest Dich unmöglich zu der Stufe von Spiritualität erheben können, auf welcher Du stehst, sondern wärest ein, wenn auch sonst höchst achtbarer, doch jedenfalls sehr materieller Gentleman. Nach jedem Schluck aus der Tasse that Lüders einen Zug aus der Havannacigarre und vertiefte sich dann in die letzte Nummer der »Hamburger Nachrichten,« um gleich darauf wieder von dem aromatischen Getränke zu schlürfen, und eine neue Wolke vor sich hinzublasen; und das Alles that er mit einer so unbeschreiblichen Behaglichkeit, daß man ihn mit einem auf schwellenden Kissen ruhenden Pascha hätte vergleichen können, der über sein Nargileh und seinen Sorbet die ganze Welt um sich her vergißt, oder mit einem Opiumesser, der sich von reizenden Houris umschwebt wähnt und in eingebildeten paradiesischen Genüssen schwelgt. Neben ihm saß auf dem Sopha seine Ehehälfte. Sie schien nicht weniger angenehm beschäftigt, indem sie

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