Chapter

Der Albatros - Dritter Band

Mehr als billig haben wir schon, wie wir fürchten, bei der Mangelhaftigkeit unserer Schilderungen die Nachsicht des Lesers zu unsern Gunsten in Anspruch genommen, indem wir ihm überließen, die Lücken derselben auszufüllen. Diese Betrachtung, die uns schon längst völlig entmuthigt hätte, wenn wir den geringsten Anspruch auf Verfasserruhm erheben würden, drückt heute mit doppelter Schwere auf unser literarisches Gewissen; denn wir müssen es jetzt, nicht wie bisher zur Hälfte, oder bis auf drei Viertel oder sieben Achtel, sondern ganz ausschließlich der lebhaften Phantasie des Lesers überlassen, sich ein Bild von der Scene zu entwerfen, auf welcher die folgenden Begebenheiten spielen. Wenn uns aber diese Nothwendigkeit in den Zustand einer gelinden Verzweiflung versetzt hat, so liegt demselben gewiß nichts weniger zu Grunde als auch nur der entfernteste Zweifel an der Imaginationskraft des Lesers, sondern einzig nur das Gefühl unserer Unfähigkeit, jede Mühe ihm abzunehmen. Lieber Leser, warst Du im Engadin? Wenn Du es warst, so sind wir mit einander im Reinen, und es wäre eine so umständliche Einleitung gar nicht nöthig gewesen. Warst Du es aber nicht, so erweise uns den einzigen Gefallen, Dich auf Deinem Stuhle oder Sopha, oder – wenn Du bettlägerig sein solltest, was wir von Herzen bedauern würden – auf dem weichen Kissen zurückzulehnen und die Augen zu schließen; es ist dies

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