Chapter

Der Raub

Wie eine große, riesige Sphinx, deren Räthsel seit Jahrtausenden ihrer Lösung harren, liegt an der südlichen Spitze der »alten Welt« und bespült von zwei Oceanen die an Gegensätzen ebenso wie an Geheimnissen reiche Ländermasse Afrika's. Eine riesenhafte Natur schafft hier mit riesigen Kräften die gigantischsten pflanzlichen und thierischen Erscheinungen des Erdballes; Hunderttausende von Quadratmeilen Landes dürsten unter dem Fluche der Unfruchtbarkeit, oder bilden weite Steppenplateau's deren spärliche Vegetation nur in den feuchten Jahreszeiten dem Springbocke und den ihm verwandten Arten ein Dasein gestattet. Unzählige Bäche und Wadi's stürzen im Frühling donnernd und schäumend zu Thal, um schon nach kurzer Zeit im dürren Sande zu versiechen und Nichts als wüstes Geröll und Steingetrümmer zurückzulassen, und wo die Gesittung es wagt, den kühnen Fuß auf den widerstrebenden Boden zu setzen, da muß sie sich zum Kampfe mit Gewalten rüsten, die über Tod und Verderben gebieten. Die Bewohner der Nordküste Afrika's spielten schon in den ältesten Zeiten eine hervorragende geschichtliche Rolle, während der übrige Theil dieses bis heut noch unbekanntesten Continentes in tiefes Dunkel gehüllt blieb, denn daß das Südkap schon im Alterthume von historischen Völkern gekannt und umfahren worden sei, ist theils lose Vermuthung, theils Sage. So glaubte z.B. Kant nach 1. Buch der Könige Cap.

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