Chapter

Der Afghan-Teppich - 1. Kapitel

Wir befanden uns jetzt wieder auf der Rückreise nach Berlin. Nur drei Tage hatten wir in der berühmten Kanalstadt Suez die Gastfreundschaft Hauptmann Mac Leans vom Kamelreiterkorps und seiner reizenden Gattin in Anspruch genommen. Dann entdeckte Harald in einer bereits vier Wochen alten deutschen Zeitung, und zwar im Berliner Anzeiger, einen längeren Artikel über einen Teppichdiebstahl, der ihn sofort veranlaßte, bis Genua Plätze auf einem Dampfer zu belegen. Hauptmann Mac Lean, seine Frau und ich hatten den Artikel gleichfalls gelesen. Wir drei begriffen nicht, was Harst an diesem gewöhnlichen Diebstahl so Besonderes fand. Auf unsere Fragen erwiderte er lediglich: »Ich vermute dahinter ein Verbrechen ganz seltener Art. Gewiß, ich kann mich irren. Jedenfalls will ich den Fall nachprüfen. Irre ich mich wirklich, so wird sich meine Mutter über das Wiedersehen fraglos mehr freuen als andere Leute in Berlin, denen ich sodann einige Aufmerksamkeit schenken will.« Dabei tippte er mit dem Finger auf eine andere Notiz in derselben Zeitung. Und diese Notiz war überschrieben: Wieder ein Überfall durch den geheimnisvollen Straßenräuber. Auf meine Frage, was ihm denn bei dem Teppichdiebstahl so merkwürdig erscheine, meinte er nur: »Die Begleitumstände sind’s. Sie deuten geradezu auf Ereignisse hin, die sozusagen unter der Oberfläche, also unsichtbar für die große Menge, sich abgespielt

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