Chapter

2–4 Liegen

Jane, ach Jane, erinnern Sie sich noch? Woran? würde Ihre vorsichtige Zunge fragen, die ganz leicht und fast anmutig an die breiten Zähne stößt. Woran soll ich mich erinnern? Ja, woran? Ich weiß es selber so genau nicht mehr. Aber wenn ich die grauen Felswände sehe, von denen die Sonne über Mittag die letzte Feuchtigkeit abgetrocknet hat, wenn ich lange auf die silberglänzende Mauer mitten im mattgrünen Grashang starre, dann ist plötzlich Ihr Bild da, oh nicht Großformat und mit Filmblick, sondern bescheiden eingeordnet in den Rahmen einer Landschaft: grünschaumiger See zwischen grauen Felsbergen, ein Uferwinkel grasig eingekeilt zwischen die ragenden Steinwände, am weißen Bach eine breite Blockhütte. Der helle Abend sickert aus einem wolkenlosen Himmel, der hoch über den gewölbten Gräten der Berge steht. Es wird nicht Nacht, es wird nur stiller, die Bäche rauschen nicht mehr so stark wie am Tage, ihr Spiel ist müde geworden. Die kleine Wiese zwischen Blockhütte und Strand ist auch noch so hell, als wäre es möglich, daß sie den fernen Glanz des Himmels widerspiegelte. Und hier, in diesem Zwielicht ohne Strahl und Schatten, steht fahl dein Gesicht, Jane, ach Jane – Jahre sind vergangen, aber sie haben das fahle Gesicht nicht ausgelöscht. Ich sage: Gesicht, und wenn ich sagen will, wie es aussieht, so sehe ich braune Hände vor knochigen Gelenken, mit langen Mädchenfingern, an

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