Chapter

Erster Band

Laßt uns annehmen, wir befinden uns beim Beginn unserer Erzählung in einer schönen Gegend von dem fruchtbaren Ostgothland; Zeit und Ort näher anzugeben, ist nicht vonnöthen. Die Junisonne war im Untergehen, als ein älterer Mann, in dunkelblauem Uniformsrock und mit goldgestickter Mütze, einen Hügel hinanstieg, welcher die Gegend beherrschte. Er war begleitet von einer jungen Frau mit schlankem Wuchse, stolzer Haltung und schönem Angesicht. Als sie auf der Höhe angekommen waren, nahm der Mann auf einem Baumstumpen Platz und sagte zu seiner Gefährtin: »Nun, Majken, was hältst du von unserem prächtigen Ostgothland? Fühlst du dich nicht glücklich, wiederum innerhalb dessen Grenzen zu sein?« »Es ist hier allerdings schön,« antwortete Majken, »und noch dazu wenn man hier oben auf der Höhe frei athmet; aber ich fühle mich nicht glücklicher, in meinem Heimatland, als an irgend einem andern Orte zu sein. Es ist, dünkt mich, weder besser noch schlimmer als Westgothland, wo ich beinahe mein ganzes Leben zugebracht habe.« »Du würdest dich somit ebenso zufrieden geben, wenn du eine Westgothländerin wärest?« fiel der Mann ein. »Ganz gewiß, theurer, geliebter Onkel. Ich war ja erst drei Jahre alt, als ich diese Gegend verließ, und die zwei Jahrzehnte, welche vergangen sind, ohne daß ich dieselbe wiedersah, haben meinem Vaterlande mich entfremdet. – Hier ist es indessen ganz herrlich,« setzte

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