Chapter

Das Zimmer ohne Fenster

1. Kapitel. Der Ritt auf der Jolle. »Schraut — — Schraut — — —!!« Es folgten noch zwei andere Wörter diesem gellenden, das Heulen des Windes übertönenden Ruf. Aber der Orkan, der in dieser Julinacht über die weite Fläche des Schwielow-Sees hinwegbrauste, hatte gerade in diesem Moment nach kurzer Atempause mit erneuter Wut eingesetzt und machte mir das, was Harald Harst meinem mit äußerster Lungenkraft hervorgestoßenen Namen noch hinzugefügt hatte, vollkommen unverständlich. — Wir hatten am Nachmittag dieses 30. Juli mit der flinken Jolle eines Bekannten einen Segelausflug nach der Obststadt Werder unternommen, hatten dort gut zu Abend gegessen und gegen neun Uhr trotz der Warnung eines Fischers die Heimfahrt angetreten. Im Nordwesten hatten dichte schwarze Wolkenberge gelagert, die allerdings ein heraufziehendes Unwetter anzeigten. Harald war jedoch nicht zu bewegen gewesen, in Werder vorsichtshalber die Nacht zuzubringen. Wir segelten also bei schwachem böigen Winde mit Südkurs in den See hinaus. Und eine Stunde später kämpften wir im Orkan um unser Leben. Plötzlich rannte die Jolle zu allem Unheil noch in stockfinsterer Nacht gegen ein anderes Fahrzeug, das steuerlos, ohne Lichter auf den für einen Binnensee ganz gefährlichen Wellen trieb. Der Anprall kam so unvermutet, daß ich von meinem Sitz am Steuer beinahe über Bord geflogen wäre. Zum Glück hatte ich das Steuer nicht

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